Doku des Alltags: BD München
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Mittenwaldbahn / Karwendelbahn: München — Garmisch — Mittenwald
Planegg
- KBS 960 -

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Bild: Paul Müller
1.) Bahnhof Planegg 1969, 3 Jahre vor Beginn des S-Bahnbetriebes. Hier das kürzlich gezeigte Rätselbild. Auf den Vorortgleisen, die sich westlich des Bahnhofsgebäudes befinden ist eine 141 (Betriebsnummer 121 - 129) mit Dreiachsern gen München unterwegs. Paul stand nordöstlich des Bahnhofs am Ladegleis.

Die Strecke München – Starnberg wurde 1854 eröffnet. Mit dem Bau der Vorortbahn ist der Abschnitt Pasing – Planegg seit 1900 viergleisig und der Abschnitt Planegg – Gauting seit 1902. Das Bahnhofsgebäude befindet sich in Insellage zwischen Garmischer Fernbahn und Vorortgleise, was im südbayerischen Raum eigentlich eine kleine Sensation ist. Ein Blick auf die topographische Karte von 1911 ist auch recht aufschlussreich: [greif.uni-greifswald.de] . Die Ausbuchtungen am Waldrand durch die verschwenkte Vorortstrecke lassen sich noch heute ausmachen: [maps.google.de]

1918 wurde das zweite Streckengleis der Vorortstrecke zwischen Planegg und Gauting abgebaut. Erst mit dem Bau der S-Bahn wurde das Gleis wieder errichtet.

Bild: Paul Müller
2.) Der Zug im Nachschuss. In der Zeit vor dem S-Bahnbetrieb war Planegg die erste Station hinter Pasing und es liefen hier drei Kursbuchstrecken durch:

401 b München — Gauting — Starnberg — Tutzing
402 München — Garmisch-Partenkirchen — Mittenwald — Innsbruck
402 a München — Tutzing — Kochel

Erstere galt dem Vorortverkehr. Die meisten Züge der KBS 401 b hielten in Planegg und zwar auf der westlichen Seite des EG, wie auf den beiden Bildern. Von den Zügen über Tutzing hinaus Richtung Garmisch und Innsbruck, die auf den östlichen Fernbahngleisen fuhren, gab es im Sommerfahrplan 1962 morgens nur einen (5.20 Uhr, P 1350 nach Innsbruck), abends nur zwei Züge (19.41 Uhr, P 1386 und 23.24 Uhr, P 1371, beide nach Weilheim), die in Planegg hielten. Retour hielt nur um 5.50 Uhr der morgendliche P 1371 aus Weilheim in Planegg.
Ebenfalls die Züge der Kochelseebahn (KBS 402 a) fuhren in Planegg ohne Halt durch. Allenfalls sonntags hielten zwei Züge: 7.13, P 1443 Kochel – München und 18.55, N 1417 Staltach – München (wobei das N hier für Nahschnellverkehrszug steht!)
Bild: Paul Müller
3.) Nähere Ansicht des Empfangsgebäudes. Wer das Buch "Karwendelbahn" von Siegfried Bufe besitzt, kann auf Seite 62 eine Vergleichsansicht von 1924, fast von der gleichen Stelle mit einer Pt 3/6 betrachten. Links im Bild ein Fährbootwagen. Welch ein Güterkunde wohl den bestellt haben mag? Wie man gleich noch sehen wird, wurde gerade rangiert in Planegg.
Bild: Paul Müller
4.) Das dreiteilige Gebäude mit niedrigen Mittelbau im Detail von Nordosten her gesehen. Die Vermutung liegt nahe, daß mit dem Bau der Vorortstrecke es sich angeboten hat, einen Schienenstrang auf der anderen Seite des Gebäudes vorbeizuführen. Der Ort Planegg liegt östlich der Trasse. War also dies hier ursprünglich die Straßenseite? Wer weiß... Der Rangierer geht seines Weges.

Bild: Paul Müller
5.) Der Fährbootwagen von der anderen Seite, sowie die Ausfahrt Richtung München. Die beiden einflügligen Signale sind die Streckengleise der Fern- und Vorortbahn. Offenbar gab es damals wie heute in Planegg keine Gleiswechselmöglichkeit zwischen den Bahnen.
Bild: Paul Müller
6.) Wie schon erwäht, wird gerade rangiert. 144 184 drückt Von-Haus-zu-Haus-Behälter an einem Opel und Mercedes vorbei zurück ins Gütergleis. Nach Stellung der Weiche zu urteilen kam sie gerade mit einer Übergabe an und schob die Wagen vom Streckengleis zur Ladestraße.
Bild: Paul Müller
7.) Hier schnellt sie wieder nach vorn, mit drei Mann im Bild. Nun steht die Weiche gerade aus, aufs Ausziehgleis. Auf dem Fernbahngleis nach München wird gleich ein höherwertigerer Zug durchrauschen.

8.) Zum Vergleich: Planegg 1990. Mit dem Bau der S-Bahn wurde das Empfangsgebäude abgerissen und die Vorortgleise begradigt. Der 420 kommt aus München. Dort wo das Stadteinwärtsgleis liegt, war früher der Hausbahnsteig, der auf den obigen Bildern zu sehen ist. Rechts der Bereich der Gütergleise ist noch weitgehend unverändert. Man sieht die Kilometertafel 14,0 (exakt: 13,986) am Turmmasten links vom rechten Signal. Man sieht den Kilometer 14,0 auch auf Bild 5, aber 14 m weiter südlich vom heutigen.

Ob die Gleisbezeichnungen 11 und 12 noch ein Überbleibsel aus der Zeit des Inselbahnhofs sind, konnte noch nicht geklärt werden. Heute haben sie die Nummer 1 und 2.

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