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Ammergaubahn
Murnau — Oberammergau
- KBS 963 -

Murnau | Murnau Ort | Seeleiten-Berggeist | Grafenaschau | Bad Kohlgrub | Saulgrub | Unterammergau | Oberammergau || Kraftwerk Kammerl

Die Lokalbahn Murnau - Oberammergau ist eine landschaftlich, wie auch eisenbahntechnisch interessante Strecke, zumal sie ab Januar 1905 die erste mit Einphasenwechselstrom betriebene Strecke war. Die 24 km lange Strecke führt von Murnau zunächst zwischen Staffelsee und Murnauer Moos Richtung Westen um dann bei Saulgrub um 90 Grad nach Süden zu schwenken. Den Endpunkt bildet der Holzschnitzer- und Passionsspielort Oberammergau, wo alle 10 Jahre die bekannten Passionsspiele abgehalten werden, nachdem dort im 17. Jahrhundert die Pest wütete und daraufhin dieses Gelübde abgelegt wurde. Dementsprechend sollte auch die Bahn die Kapazitäten besitzen eine große Menge an Menschen gleichzeitig zu befördern, denn der Weg in das abgelegene Dorf Oberammergau war bislang ziemlich beschwerlich. Immerhin fuhr zweimal täglich die Postkutsche von Oberau.

1897 wurde mit dem Bau begonnen und ein Jahr später war die Bahn schon bis Bad Kohlgrub befahrbar, zunächst noch mit Dampf. Nach mehrmaligen verschobenen Terminen konnte am 5. April 1900 die gesamte Bahn bis Oberammergau feierlich eröffnet werden. Daß sich der Bau, trotz einiger Schwierigkeiten gelohnt hatte, dafür spricht die Fahrgastzahl von über 300 000 zwischen Mai und September 1900. Das Kraftwerk Kammerl bei Altenau ging 1899 ans Netz. Zunächst wurde auf der Strecke eine zweipolige Fahrleitung installiert, welche 1904 durch eine einpolige ersetzt wurde. Zum Einsatz kamen elektrische Triebwagen (Motorwagen) und ab 1905 erschienen die bekannten zweiachsigen Elektroloks der Baureihe E 69. Die letzte E 69 05 wurde erst 1930 geliefert. Diese insgesamt 5 Maschinen bestritten bis Anfang der 80er Jahre den Gesamtverkehr auf der Strecke. Ausnahmen bildeten Passionssonder- und Wintersportzüge, die mit E 10 und E 41 bespannt waren.

2005 wurde der Bahnhof Oberammergau zu einem Endhaltepunkt zurückgebaut. Das Streckengleis endet ohne Umfahrmöglichkeiten am Prellbock. Das gesamte Bahnhofsumfeld wurde "modernen" Verhältnissen angepasst.

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